Beratungsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder - Sylvia Dellinger

Seit 1999 Anlaufstelle für Eltern und erwachsene umgeschulte Linkshänder für Information, Händigkeitstest und Therapie. Telefon- und Online-Beratung. Fortbildung für Fachpersonen.

Linkshändigkeit

Aus biologischer Sicht ist Linkshändigkeit der Ausdruck einer Dominanz im Bereich der rechten Gehirnhälfte. Dieser Bereich steuert die Bewegungen der linken Hand. Die Händigkeit ist angeboren und wird mit großer Wahrscheinlichkeit vererbt. Es scheint mehrere Faktoren zu geben, der Erbgang ist noch nicht geklärt.

Die Dominanz in der rechten Hirnhemisphäre führt bei ungestörter Entwicklung zur natürlichen Bevorzugung der linken Hand. Dies gilt besonders für Tätigkeiten, die viel feinmotorisches Geschick erfordern und nicht durch kulturelle Etikette beeinflusst sind. Auch durch das natürliche Nachahmungsverhalten und fehlende händigkeitsgerechte Gebrauchsgegenstände entwickelt sich öfter als bei Rechtshändern eine wechselnde Handbevorzugung, die in älterer Literatur auch als Beidhändigkeit bezeichnet wird.

Schreibt ein Linkshänder mit der rechten Hand, nennt man ihn umgeschulter Linkshänder. Das dauerhafte Schreiben mit rechts wirkt direkt auf das Gehirn und kann zu großer Verunsicherung und Störungen führen, sog. Umschulungsfolgen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Betreffende aus eigenem Antrieb die rechte Hand wählt oder durch freundliches Zureden, Belohnung, psychische oder körperliche Gewalt.

 
Sylvia Weber: Linkshändige Kinder richtig fördern, Reinhardt Verlag, ISBN 978-3497024797
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